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14. Oktober 2019

#1
Gottes Reden und das Licht

von Arthur Händel

14. Oktober 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Arthur Händel


Gottes Reden und das Licht

Und Gott sprach: „Es werde Licht!“ Und es ward Licht. – 1. Mose 1, 3 (Lutherbibel)

Hier stehen wir; ganz am Anfang. Bisher gibt es nicht viel mehr als leere Wüste, finstere Tiefe, lebloses Wasser. Es herrscht eine bedrohliche Stille; man kann spüren, dass etwas Gewaltiges geschehen wird, doch noch ist es ganz und gar dunkel.

Plötzlich bricht die Stimme Gottes in das Geschehen ein, gewaltig und wunderschön wie ein Sonnenaufgang nach einer finsteren Nacht. Sein Wort ergeht; er kann es nicht länger zurückhalten und alles füllt sich mit dem Klang seiner Stimme: "Es werde Licht!" Dem Wort folgt die Schöpfung und Licht entsteht. Nichts bleibt mehr im Dunklen und alles wird geflutet von einem warmen, kostbaren Sonnenlicht, dass grenzenlose Hoffnung mit sich bringt. Gott sieht es an und nennt es gut.

Die ersten Sätze der Bibel tragen etwas geradezu Magisches in sich. Irgendwie ist noch nichts da und aus diesem Nichts schafft Gott einen Himmel und eine Erde, aber alles ist zunächst wüst und leer. Erst als Gott beginnt zu reden, erfüllt sich seine Schöpfung mit Schönheit und Leben; es entstehen Licht, Erde, Pflanzen, Tiere und schließlich auch der Mensch und von all dem sagt Gott, dass es gut ist. Diese Schöpfungsgeschichte besitzt für mich persönlich eine sehr kraftvolle Bedeutung und eine tiefe Wahrheit, die weit über die bloße empirische Frage hinausgeht, ob denn das nun alles genauso stattgefunden hat oder nicht. Diese Frage erscheint fast schon langweilig, wenn man begreift, was hier eigentlich gesagt wird. Es geht nämlich bei dieser Erzählung um die Wahrheit, dass Gott redet; dass sein Wort am Anfang der Zeit die Schöpfung mit Licht und Leben füllte und dies heute noch tut.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir das in allem unserem Reden über, von und zu Gott vergessen. Wir reden und reden und unser Reden wird zu leerem Geschwätz, weil wir vergessen, dass Gott selbst schon längst gesprochen hat. Wenn wir glauben, dass Gott tatsächlich lebt und das er an uns persönlich Interesse hat, warum hören wir ihm dann nicht einfach mal zu? Ich glaube, dass dies eine der grundlegendsten Fragen ist, wenn wir uns eine lebendige Beziehung zu Jesus wünschen und noch mehr, wenn wir anderen Menschen von diesem Jesus erzählen wollen. Denn unser Reden von Gott kann und sollte nicht mehr sein als ein Hinweisen auf sein Reden, sein kostbares Wort, seine liebevolle Sprache. Nur dort, wo wir Gott den Raum geben, selbst zu sprechen, kann sein Wort auch die lebenspendende Kraft entfalten von der wir am Anfang der Bibel lesen. Nur dann entsteht dieses einzigartige Licht, dass alles warm und hell durchflutet.

Er hat viel zu erzählen. Wir sollten lernen zuzuhören.