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08. August 2019

#21
Jesus bitten

von Maximilian Stopp

08. August 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Maximilian Stopp


Jesus bitten

Herzlich willkommen,

meine letzten Tage waren so voll, dass ich kaum Zeit mit Gott verbracht habe. Ich saß viel am Schreibtisch und ab und an lief Lobpreis auf den Boxen in meinem Zimmer, aber meist hörte ich schon nach ein paar Minuten nicht mehr genau, was da gerade lief – ich war einfach wie im Tunnel. Abends lag ich dann meist auf dem Balkon und wollte zumindest vor dem Schlafen meine Gedanken mit Gott teilen – aber auch da: Nach 2-3 Minuten war einfach Funkstille. Entweder ich bin direkt eingepennt – oder es ging einfach nicht.
Auf einmal sehe ich mich mit Dingen konfrontiert, die ich so kaum kannte. Gott war plötzlich nur noch 'Nebendarsteller' oder gar nur 'Statist'. Es ist einfach so passiert – ohne eine bewusste Entscheidung. Ich fand das krass, denn sonst bete ich quasi den ganzen Tag. Nicht so, dass ich mich dazu in meine stille Kammer zurückziehe und fromm die Hände falte, aber ich bin eigentlich ständig mit Gott im 'Gespräch' – und das ist genial. Was ist da passiert?
Zum einen starte ich gerade ein Projekt und bin damit mehr als genug beschäftigt und mein Kopf dreht sich nur darum. Zum anderen war ich manchmal so müde, dass ich einfach nicht reden wollte. Weder mit Gott, noch mit sonst irgendwem.

Ich bin noch nicht 'raus aus der Nummer' von daher kann ich euch keine Tipps geben, aber eine Sache vielleicht, die ich sehr geschätzt habe – den Sonntag. Da ich sonst viel bete, Lobpreis bewusst höre und auch viel im Gespräch mit anderen bin, habe ich den Sonntag nicht als den 'besonderen Tag' der Woche wahrgenommen. Es heißt ja manchmal: Christ ist man nicht nur am Sonntag – und so richtig verstanden habe ich das nie. Aber die letzten beiden Sonntage waren anders: Ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden, in die Gemeinde zu gehen und ich hatte dort wirklich einen Ort, wo ich Zeit und Muse hatte und Gott begegnen konnte. Ein geschützter Raum, alle Ablenkungen beiseite – als dann auch noch meine Schwester samt Familie zu Besuch kam, war der komplette Sonntag ein Tag zum 'Abschalten' und ein Tag für Gott und die Familie. Das tat echt gut.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, die Sache zu interpretieren: Entweder ich habe es endlich kapiert und kann die Sonntage genießen oder aber: Ich muss dringend zusehen, dass ich Gott wieder in meinen Alltag von Montag bis Samstag bekomme. Das ist natürlich Quatsch, denn diese beiden Dinge schließen sich nicht aus, aber ich durfte begreifen, warum den meisten Leuten der Sonntag so 'heilig' ist.

Ich möchte unbedingt wieder zurück zu meinem 'Modell'. Den Alltag mit Gott verbringen, immer wieder mit ihm reden und wissen, dass er da ist – ich geliebt bin. Warum soll es mir nicht gelingen, dass ich Gott an meinem Projekt mitwirken lasse – ihn bewusst um Rat frage. Pausen mache und Zeit mit ihm verbringe. Heute ist ein neuer Tag – und ich habe eine neue Chance.

Ich möchte noch ein Bild aus dem letzten Gottesdienst mit dir teilen: Eine gute Freundin hat gepredigt und dabei von ihrem Urlaub erzählt. Sie war in England und hat eine Freundin besucht. Diese wiederum wohnt zur Untermiete bei christlichen, ziemlich gut betuchten Leuten – riesiger Pool, Tennisplatz,.. und als Gäste durften sie in dem riesigen Haus wohnen, hatten einen eigenen Schlüssel bekommen und das ganze Objekt stand ihnen zur freien Verfügung bereit. Ich habe Bilder gesehen – das war schon ziemlich abgefahren.

Warum durften sie sich dort wie Zuhause fühlen? Weil sie Gäste ihrer Freundin waren. Die Besitzer des Anwesens vertrauen ihr und somit hatten sie freien Zugang zu dem ganzen krassen Zeugs. So ist es mit Gott und Jesus. Wenn wir Freunde Jesu sind, dann haben wir Zugang zu Gottes Ressourcen – wir sind quasi auf der Gästeliste und können genießen und teilhaben.

Zurück zu meinem 'Problem'. Ich habe Gott unbewusst rausgehalten und damit auch seine Ressourcen. Sein Wissen, seine Weisheit, sein guten Rat, seine Fürsorge, seine Leidenschaft. Wie kann man so blöd sein? Wenn ich einen Rat brauche, dann ruf ich daheim an und frag meine Vater oder einen guten Freund. Wenn ich Tipps für ein Design brauche, dann frage ich die Leute, die ein gutes Auge und Gespür haben.. logisch. Aber warum nehme ich Gott nicht mit rein in diesen Prozess? Warum steht er wie bestellt und nicht abgeholt vor der Tür? Wisst ihr was? Ich werde jetzt Schluss machen und Gott mit hinein holen. Er soll dabei sein.

David Alaba – Spieler beim großartigen FC Bayern und selbst entschiedener Christ – trägt ab und zu ein Shirt unter dem Trikot; darauf steht: "Meine Kraft liegt in Jesus." Ich bin davon immer wieder beeindruckt. Ich werde das einmal umschreiben für dich und mich: "Meine Kraft liegt in Jesus. Meine Kreativität liegt in Jesus. Meine Ausdauer. Meine Geradlinigkeit. Meine Güte. Meine Hoffnung. Mein Frieden."

Lassen wir Jesus unsere Kraft sein und zapfen wir Gottes Ressourcen an – er freut sich darüber, denn er hat Freude daran uns reich zu beschenken – und: Lasst uns die Sonntage genießen.

Ahoi und bis zum nächsten Mal.