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16. Mai 2019

#17
Umdenken

von Maximilian Stopp

16. Mai 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Maximilian Stopp


Umdenken

Moin,

heute wird es ganz und gar nicht theologisch, sondern ich erzähle euch einfach, was letzte Woche bei mir los war..

..letzte Woche war ziemlich viel los und eigentlich hatte ich keine Zeit am Donnerstag um 16 Uhr nochmal in die Uni zu düsen. Aber da eine gute Freundin ihren Vortrag halten sollte, bin ich dann doch los; wollte erst die Bahn bemühen und hab dann doch das Fahrrad aus dem Keller geholt und bin in der Sonne an den Campus geradelt. Der Vortrag war gut; die Stimmung locker.. bis zu dem Zeitpunkt als ich realisierte, dass mein Fahrrad gerade geklaut wurde. Mitten am Tag, direkt vor der Bibliothek, wo im Minutentakt Leute ein und aus gehen und obwohl ich in ein richtig gutes Schloss investiert hatte. Mein Dozent stand neben mir, ihm hatten sie auch das Fahrrad aus dem Flur gestohlen und auf dem gemeinsamen Weg zu den Fahrradständern redeten wir über.. rate mal: Fahrraddiebstähle. Ich dachte: Das ist ja jetzt wohl ein schlechter Witz. Mein Dozent dachte das auch. Ich wollte weder schreien, noch heulen, aber ich merkte, wie innerlich so richtig eine Wut aufkam. Das Fahrrad war mein wertvollster materieller Besitz.. oh man.. das war wirklich sehr bescheiden.

Ist dir schonmal aufgefallen, wie hell eine einzige Kerze einen Raum machen kann? Oder wenn man mittags einen Raum mit einem Rollo abdunkelt; eine kleine Lücke und es ist sofort richtig hell in der Bude.

Bei mir war es nach dem Diebstahl richtig duster und ich hatte richtig Wut; habe es jedem erzählt und dabei sind einige 'unschöne' Worte gefallen. Meine Freundin fragte sogar: "Bist du sauer auf Gott?" Ich fühlte mich wirklich vom Leben 'betrogen'. Vielleicht auch von Gott. Vor kurzer Zeit hatte ich die Nase voll, dass meine Freundin mit einer Klappermühle durch die Stadt fährt – ohne Licht, alles wackelt und quietscht. Also habe ich ihr ein gutes, gebrauchtes Fahrrad gekauft. Ich lieber, guter Freund – so dachte ich mir. Erst bist du so selbstlos und kaufst ihr das Fahrrad und als 'Dankeschön' wird dein eigenes Fahrrad geklaut. "Sch*** Welt!", dachte ich mir.

Nochmal zurück zu dem dunklen Zimmer.. denn auf einmal zündete jemand eine Kerze an und es wurde heller; eine zweite Kerze wurde angezündet und irgendwie ging die Wut weg. Ja, ich ärgere mich. Aber die tiefe Wut ist weg. Es ist befreiend.

Was war da passiert?

Es war eine Umarmung; ein Telefonat; eine Nachricht von Freunden;.. und vor allem war es schließlich das Umdenken in mir drin. "Gott hat mir das Fahrrad geklaut?" Wohl kaum.. wie bekloppt waren diese Gedanken. Irgendein Typ in einer gefallenen, kaputten Welt hat mir mein Fahrrad geklaut. Gott stiehlt mir nichts. Im Gegenteil: Er versorgt mich mit Essen, einer warmen Wohnung, lieben Menschen, Klamotten und anderen (!) Luxusgütern, wie einem Fahrrad, Urlaub, etc.. Vielleicht ist dir das zu krass, aber ich hab echt kapiert: Loslassen, vergeben und dankbar sein!

Ich schreibe es nochmal: Loslassen, vergeben und dankbar sein! Loslassen! Vergeben! Dankbar sein!

PS: Vielleicht hast du auch Leute um dich herum, die gerade im Dunkeln hocken und denen eine Kerze etwas Licht spenden würde?