Menü

02. Mai 2019

#16
Eine wunderschöne Wahrheit

von Maximilian Stopp

02. Mai 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Maximilian Stopp


Eine wunderschöne Wahrheit

Moin zur nächsten Ausgabe von 'Ebbe und Flut',
ich habe mich gefragt, ob es überhaupt Sinn ergibt, dass ich alle zwei Wochen eine Kolumne schreibe. Dabei konnte ich gute Gründe dafür finden: Zum einen schreibe ich in der Hoffnung und im Wissen, dass ich nicht für die Frucht in dem Sinne verantwortlich bin, sondern dass Gott etwas daraus machen muss und möchte. Es ist nur gehorsames Säen, den Rest bewirkt er allein. Zum anderen habe ich selbst immer einen großen Gewinn, wenn ich mir eine Predigt anhöre, etwas in der Bibel lese oder in meinen und seinen Gedanken auf die Suche nach Antworten gehe. Ich möchte euch heute die größte Wahrheit verraten.

Wir leben ja in einer Zeit, wo der Begriff der Wahrheit umstritten ist. Gibt es sie überhaupt, die eine Wahrheit? Ohne zu philosophisch über den Begriff nachzudenken, lässt sich doch sagen, dass Dinge, die wir als wahr annehmen, eine große Auswirkung auf unser Handeln haben. Gerade bin ich umgezogen und der Boden unter meinen Füßen ist jetzt aus Parkett. Sieht schick aus, ist aber auch recht empfindlich. Das ist eine Wahrheit; und weil das so ist, haben wir Filz an die selbstgebauten, schweren Regale geklebt. Simples Beispiel, aber es trifft es. Man erkennt etwas und handelt, das ist klug und nur von Vorteil, denn einen Parkettboden schleifen lassen kostet richtig Kohle.

In einer Predigt ist mir letztens eine viel größere Wahrheit ganz neu bewusst geworden und ich hoffe, dass sie euch auch immer wieder neu bewusst wird. Jede Predigt und jeder geistliche Impuls sollte in erster Linie von dieser Wahrheit berichten, weil es unfassbar gute Konsequenzen für unser Leben hat.

Ich möchte euch von König David erzählen: Er hatte sich in Batseba verguckt, die aber mit seinem guten Freund und einem seiner besten Soldaten, Urija, verheiratet war. Er schläft mit ihr, sie wird schwanger und im Rahmen einer listigen Vertuschung stirbt Urija durch den Befehl Davids. Er nimmt sie zur Frau und eigentlich ist alles 'gut'. Danach kommt sein Freund Nathan, überführt David und öffnet ihm die Augen für seine Schuld - nachzulesen in 2. Samuel 11/12. David schreibt daraufhin den Psalm 51 und bekennt seine Schuld vor Gott. In Vers 6 steht: "An dir allein habe ich gesündigt [...]". Aus der Geschichte kann man tausend Predigten formen, aber ich möchte nur einen Punkt herausgreifen.

David hat es richtig verbockt. Er schläft mit einer verheirateten Frau; noch dazu die Frau seines treuen Freundes. Weil David in der Klemme sitzt, muss Urija sterben. Klingt ganz schön krass, insbesondere, wenn man bedenkt, dass David als 'Mann nach dem Herzen Gottes' bezeichnet wird und als König eigentlich eine gute Figur abgeben und ein Vorbild sein sollte. Nun hatte ich ja von der 'einen Wahrheit' gesprochen. Keine Sorge; die kommt jetzt.

Wenn man sich den Psalm 51 durchliest, trifft man auf folgende Bitten Davids: "Lösche meine ganze Schuld aus [...] erschaffe in mir ein reines Herz [...] schick mich nicht weg aus deiner Nähe [...] und lass mich wieder Freude erleben." Er fleht zu Gott, denn er hat seine Schuld ihm gegenüber erkannt. Es ist nicht die Angst, die ihn treibt, sondern eine Erkenntnis in seinem Herzen. Er hatte körperlich die Ehe gebrochen, aber voraus ging ein Bruch seiner Beziehung zu Gott. Nach der 8 kommt die 9, im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf,.. und ebenso wahr und bekannt sollte uns werden, dass unsere Verfehlungen aus einer kaputten Beziehung zu Gott herrühren. Ja, die kaputte Beziehung ist die Sünde. Gott hat uns für eine Beziehung mit ihm erschaffen. Er will das; unbedingt. Er will uns Quelle sein für unsere Sehnsüchte; Anlaufstation für unsere Ängste und Sorgen; guter Freund und liebevoller Vater; und er liebt uns. Immer.

Nach den Anschlägen in Sri Lanka habe ich ein Interview mit einem Pastor gehört, in dessen Gemeinde viele Opfer zu beklagen waren. Er spricht zum Ende die Attentäter und die Hintermänner an. Er bringt seine menschliche Wut und Traurigkeit zum Ausdruck, aber er spricht auch davon, dass er sie liebt. Aufrichtig. Er sieht sich als ein Nachfolger Jesu, er führt seinen Dienst fort und er und seine Gemeinde werden weitergehen und die gute Nachricht verkünden.

Der Verbrecher, der neben Jesus am Kreuz gestorben ist, ist sicher in der Ewigkeit bei Gott. Jesus selbst hat es ihm garantiert. David ist da sicher auch zu finden. Ich weiß, dass ich da auch sein werde. Das ist die Wahrheit. Wir haben erkannt, dass Jesus Gottes Sohn ist und wir glauben an ihn. Wir sind uns bewusst, dass wir Sünder sind (von Geburt an) und dass Jesus diese Schuld am Kreuz getragen hat. Wir sind gerecht vor Gott. Allein durch seine Gnade.

Meine Stühle und Regale haben jetzt Filzfüße. Das ist clever, denn man spart sich allerhand Ärger. Aber was zweifellos mehr Bedeutung hat, ist die Erkenntnis tief in unserem Herzen, dass Gott mich liebt und Beziehung mit mir will und dass mir viel Gutes geschieht und allerhand Ärger erspart bleibt, wenn ich die Beziehung zu Gott pflege. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied zum Schluss: Der Filz klebt aus 'Angst' vor den kostspieligen Konsequenzen an meinen Möbeln, aber Gott nutzt Angst nicht als Mittel, sondern Liebe. Er will unser Herz gewinnen. Dann sind Veränderungen auch nachhaltig.

Ich verabschiede mich diesmal mit einer Bitte Davids aus Psalm 51: "Du liebst es, wenn ein Mensch durch und durch aufrichtig ist; so lehre mich doch im Tiefsten meines Herzens Weisheit [...] Erschaffe in mir ein reines Herz, o Gott, und gib mir einen neuen, gefestigten Geist." Amen.

PS: Dieser Psalm ist so weise; so krass und so wunderschön.