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07. März 2019

#12
Was nach dem
"chschluuuüüpppp" bleibt?!

von Maximilian Stopp

07. März 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Maximilian Stopp


Was nach dem "chschluuuüüpppp" bleibt?!

Kolumne Nummer 12 ist online und du bist dabei. Das ist genial. Wie immer viel Freude beim Lesen und fühl' dich eingeladen diese Gedanken auch mit Freunden und Bekannten zu teilen.

Im Leben gibt es Situationen, da muss man sich entscheiden. Vor einigen Tagen hatte ich eine solche Situation. Ich dachte eigentlich, dass ich noch mehr Zeit dafür hätte, aber auf einmal ging alles ganz schnell. Die Menschen, die vor mir diese Entscheidung treffen mussten, verließen glücklich den Laden und dann stand diese Frage im Raum: "Was bekommen Sie?" Vor mir gefühlte 100 Sorten. Von den Klassikern, wie Schokolade, Joghurt und alle möglichen Varianten von Fruchteis, über allerlei Abwandlungen bekannter Schokoriegel, bis hin zu 'Omas Teigschüssel' gab es wirklich alles. Mir war schnell klar, dass ich mehr als eine Sorte wählen werde. Aber selbst bei zwei oder drei Kugeln, die ich aus der Kühltheke in meine Waffel befreien konnte, musste ich doch die Mehrzahl ohne Kostprobe zurücklassen. Ist schon etwas dramatisch, aber ich war tapfer und habe das Geschäft ohne Tränen verlassen. So.. hier erstmal ein Schnitt.

Aber es bleibt irgendwie krass. Vom Eisladen geht's nun hinein in ein Fußballstadion, wo deine Mannschaft gerade darum kämpft in die nächste Runde der Champions League einzuziehen. Was es dafür braucht ist ein Sieg. Wie einige Fußballexperten richtig analysiert haben, muss man dazu mindestens ein Tor mehr schießen als der Gegner. So weit so gut, aber es gibt bei der Sache ein Problem, denn es steht unentschieden, deine Mannschaft spielt seit der 56. Minute in Unterzahl und es läuft bereits die Nachspielzeit. Der Schiedsrichter hat die Pfeife für den Abpfiff schon im Mund, einige Fans haben das Stadion bereits frustriert verlassen, während die Anhänger des Gegners ihre Spottlieder singen. Ein letztes Mal wird der Ball nach vorn gespielt, landet irgendwie im gegnerischen Strafraum, der Stürmer sprintet mit letzter Kraft und erreicht den Ball. Will schießen. Foul. Pfiff. Elfmeter. Die letzte Aktion des Spiels wird über Sieg oder Niederlage entscheiden. Was es dazu braucht, hat der eloquente Fußball-Philosoph Oliver Kahn einmal kurz und knackig formuliert: "Eier. Wir brauchen Eier." Wer also stellt sich dieser Situation. Der Schütze kann zum gefeierten Helden werden oder zum tragischen Verlierer. In dieser Situation ist das schlechte Hinspiel, die Trainerdiskussion, jede Rivalität im Team und sogar die unnötige rote Karte aus Minute 56 vergessen. Alles auf null gesetzt. Jetzt geht es um alles.

Mir geht es heute genau darum: Um diesen einen Moment und um die Frage: Sieger oder Verlierer. Rettung in größter Not oder bittere Enttäuschung und Wut. Jetzt schlage ich eine Brücke mitten hinein in die Bibel und den Glauben und vertraue darauf, dass du die wesentlichen Aspekte des Beispiels übertragen kannst. Es geht um die Kreuzigung. Es geht um Jesus und wer er für dich ist.

Jesus kann man auf mehreren Ebenen begegnen. Zum einen gibt es da seine Ethik, also quasi seine sittliche Lehre und Moral. Diese ist so klar und tiefgreifend, dass es kaum jemanden gibt, der ihre Ideale kritisiert. Seine Ethik ist weise und klug, im höchsten Maße vollkommen und ein motivierendes Vorbild an Tugendhaftigkeit. Welche andere Ethik gebietet Feindesliebe, Demut und eine dienende Lebenshaltung? Dabei ist es völlig egal, ob du Christ bist oder eben nicht. An seiner Ethik gibt es nichts zu rütteln. Nicht ohne Grund schicken selbst atheistische Eltern ihre Kinder auf christliche Schulen, damit sie diese Werte kennenlernen. Klappt nicht immer, aber die Idee dahinter ist erstmal nachvollziehbar. Dazu gibt es jetzt aber noch einen Jesus, der mit zahlreichen theologischen Ansprüchen und steilen Thesen um die Ecke kommt. Er behauptet "Weg, Wahrheit und Leben" zu sein. In Johannes 5 lesen wir beispielsweise davon, dass Jesus Tote auferweckt und lebendig macht, welche er will und, dass er es ist, der einmal über die Welt richten wird.

Stell dir vor, du gehst auf die Straße, tippst wildfremden Leuten auf die Schulter und fängst mit ihnen ein Gespräch über die oben genannten ethischen und moralischen Grundsätze an. Bei einigen wirst du bestimmt Zustimmung und Anerkennung finden. Problematisch wird es, wenn du Ihnen im Anschluss erzählst, dass du es bist, der Tote auferweckt und Kranke heilt, der Weg zum ewigen Leben bist und dir noch dazu herausnimmst über deren Leben zu richten. Einige werden sich köstlich amüsieren, manche kopfschüttelnd davonlaufen und wenn du diese Thesen immer und immer wieder in der Fußgängerzone erzählst, wird vielleicht irgendwann jemand nach medizinischer Hilfe rufen.

So gegensätzlich ist Jesus. Eine kluge und vollkommene Ethik und auf der anderen Seite steile Thesen, die nur schwer zu glauben sind und uns erstmal vor den Kopf stoßen. Ich habe es bereits mehrfach gesagt und wiederhole es hier nochmal: Wenn Jesus nicht Gottes Sohn ist und wenn er nicht auferstanden und lebendig ist, dann ist Jesus kein Vorbild, sondern allenfalls ein Größenwahnsinniger und ein Lügner. Jeder muss an dieser Stelle ehrlich werden. Jesus nur als Moralprediger stehen zu lassen ist abwegig. Dafür sind seine theologischen Ansprüche zu gewagt. Entweder – Oder. Ich löse die Frage nicht für dich auf, sondern fordere dich dazu auf, diese Frage für dich zu beantworten. Ist Jesus der Retter der Welt, Gott selbst und der Grund aller Hoffnung oder nur ein überdrehter, größenwahnsinniger Moralprediger?

Kein anderer Religionsstifter behauptet Gott zu sein. Schließlich wurde Jesus bei der Menschwerdung zwar als ein Kind 'geboren', aber als ein Sohn 'gegeben' (Jesaja 9,6). Jesus ist von Urzeit an da. Durch ihn ist alles geschaffen (Kolosser 1, 15f). Er ist Dreh- und Angelpunkt der Bibel. Kein Weg führt an Ihm vorbei. Die Sache ist eigentlich recht simple: Wer Christ ist und ohne Jesus glaubt, glaubt falsch.

Ich sehe vor meinem Auge eine riesige Anzahl von Ereignissen, Daten und Fakten; Personen, Ideen und Philosophien; Gefühlen, Träumen und Hoffnungen und eben auch Fouls, verschossene Freistöße, Pfostenschüsse und dramatischen Zweikämpfe. Und jetzt kommt ein riesiger Staubsauger und beginnt seine Arbeit. Die ersten kleinen Staubkörner werden eingesaugt, es folgen größere Stücke, alles löst sich von seinem Platz und verschwindet nach und nach in einem dunklen Beutel. Einige Dinge kleben etwas fest, aber auch da gibt es auf lange Sicht kein Halten. Am Ende gibt es ein großes "chschluuuüüpppp" und alles ist weg und dann stehen da zwei Dinge. In unserem Beispiel der alles-entscheidende Elfmeter und in unserem Glaubensleben: Jesus. Er allein. Sein Leben. Sein Sterben. Seine Auferstehung. Wird der Elfmeter verschossen, ist das Spiel verloren. Ist Jesus ein größenwahnsinniger Lügner, dann sind alle unsere Hoffnungen lediglich Illusion und Lüge. Wird der Elfmeter verwandelt, gibt es großen Jubel, Freude und sicher auch das eine oder andere Getränk. Ist Jesus Gottes Sohn, stirbt für meine und deine Schuld am Kreuz und besiegt den Tod, dann gebührt ihm alle Ehre und unsere Dankbarkeit.

Jetzt bleibt noch der Spagat zurück zum Eisladen. Ich habe bereits viele Worte verloren, deshalb mache ich es kurz: Entscheide dich! Wer ist Jesus für dich? Es gibt dabei auch nur zwei 'Sorten' zur Auswahl. Entweder – Oder.

Malcolm Muggeridge (1903 – 1990) war ein englischer Autor und Journalist und ehe er zu Jesus fand, strenger Agnostiker, der das Christentum als einen "Haufen Müll" bezeichnet hat. Er hat Jesus kennengelernt, sich entschieden und diese Worte verfasst, die mich sehr berührt haben: "Wir blicken zurück auf unsere Geschichte und was sehen wir? Königreiche kommen und gehen, Reichtümer angehäuft und Reichtümer verschwendet. Ich blicke zurück auf meine eigenen englischen Mitbürger, die einst ein Viertel der Welt beherrschten. Ich habe einem verrückten Österreicher zugehört, der in der ganzen Welt ein 1000-jähriges Reich ankündigte. Ich sah einen italienischen Clown, der unser Kalendersystem erneuern wollte, wenn er an die Macht kommt. Ich traf einen mörderischen Mann im Kremel, der von der intellektuellen Elite als weiser als Salomon bezeichnet wurde. Alles in einem Leben, alles weg, verflogen mit dem Wind. England ist heute nicht mehr als Teil einer kleinen Insel an der Küste Europas. Hitler und Mussolini tot – ihre Namen sind heute Schimpfwörter. Stalin, ein verbotener Name in dem Regime, das er half aufzubauen. Alles in einem Leben, alles in einem Leben - aus und vorbei! Hinter dem Schein dieser selbsternannten Supermänner der Welt steht die gigantische Figur jener Person von der, in der und durch welche die Menschheit immer noch Grund zur Hoffnung hat. Die Person Jesus Christus. Ich präsentiere ihn als den Weg, die Wahrheit und das Leben."