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21. Februar 2019

#11
Rolfi bekommt
Strom von oben

von Maximilian Stopp

21. Februar 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Maximilian Stopp


Rolfi bekommt Strom von oben

Ich begrüße dich zur nächsten Ausgabe von 'Ebbe und Flut'. Seit über einer Woche liege ich mit Grippe im Bett und habe wenig Lust und Kraft auf alles; aber ich möchte dir trotzdem kurz von einem Erlebnis mit Gott erzählen, was mich bis heute fasziniert.

Nach meinem Bachelor hatte ich die wunderbare Möglichkeit für einige Monate nach Neuseeland zu gehen und dort das Land und die Leute kennenzulernen. Die Monate vor der Reise waren mehr als holprig und der Neuseelandurlaub sollte quasi einen Wendepunkt darstellen. Die Beziehung zu Gott war erst ganz frisch wiederhergestellt und ich war richtig fasziniert und wollte Gott immer besser kennenlernen.
In Neuseeland angekommen kauften Basti und ich ein Zelt und ein Auto und los ging das Abenteuer. Unser Auto tauften wir später Rolfi und es erhielt Rallye-Streifen aus Duct Tape und sah umwerfend lässig aus. Wir erlebten großartige Dinge, über die ich ein ganzes Buch schreiben könnte – aber darum soll es nicht gehen. Beinahe jeden Morgen erwachten wir an einer anderen Stelle: Manchmal auf einem Campingplatz, mal irgendwo nahe eines Sees, neben der Straße oder gar direkt gegenüber des Schicksalberges aus "Der Herr der Ringe" auf einem Hochplateau.
Aber egal, wo wir erwachten, blieb ich noch 10-15 Minuten im Zelt liegen, las die Losung und betete. Es war vom ersten Tag an ein festes Ritual für die kommenden Monate und ein Start in den Tag, den ich nur empfehlen kann. Unsere Tage waren reich gefüllt und wir erlebten viel – aber die ersten 10 Minuten gehörten nur Gott und mir und ich legte den ganzen Tag vor ihm hin und bat ihn, dass er spürbar bei mir war. Auch auf den zahlreichen Wanderungen verbrachte ich manchmal Stunden im Gebet und das war genial. Nun aber zur eigentlichen Story.

Nach circa einem Monat wollten wir auf die Südinsel und buchten dazu eine Fährfahrt. Um etwas Geld zu sparen, entschieden wir uns für eine Überfahrt, die Sonntag sehr früh am Vormittag stattfinden sollte. Den Samstagabend verbrachten wir mit Freunden am Strand und es gab irgendwas zu feiern; jedenfalls tranken wir das ein oder andere Bier, gingen nachts noch baden und kamen erst sehr spät ins Bett. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker, wir liefen zum Auto und wollten Richtung Fähre starten: Problem war nur, dass die Batterie leer war. Irgendwie mussten wir am Vorabend längere Zeit im Auto gefeiert und dabei das Radio und Licht angelassen haben. Jetzt kam langsam Hektik auf. Nochmal zur Situation: Sonntag früh am Morgen in Neuseeland, weit und breit niemand auf den Straßen unterwegs, das blöde Auto springt nicht an und die Fähre wird sicher nicht auf uns warten.
Basti wollte sofort den ADAC rufen – aber wie lange dauert das? Was kostet das? Zocken die uns ab? Sonntagszuschlag? Deutscher-Touri-Zuschlag? Aber meine Beziehung zu Gott war so frisch, lebendig und voller Vertrauen, dass ich zu Basti sagte: Ich bete mal. Circa 5 Minuten nach meinem Gebet – wir hatten noch nichts weiter unternommen – hielt auf der Gegenfahrbahn ein 'ADAC'-Auto an. Ich rannte hin, fragte ob er zu uns will und er sagte: Nein. Ich erklärte unsere Situation, er gab uns Starthilfe, verlangte nichts und wünschte uns einen guten Tag.

Das war eine so unwirkliche Situation. In ganz Neuseeland haben wir in den folgenden Monaten nie wieder auch nur ein einziges 'ADAC'-Auto gesehen; doch an diesem einen Sonntagmorgen hielt es 50m neben uns auf der Straße, gab uns Starthilfe und wir erreichten die Fähre pünktlich.
Wisst ihr warum? Weil ich in tiefem Vertrauen zu Gott gebetet habe. Das klingt komisch – selbst für mich – aber schon als ich gebetet habe, wusste ich: Gott lässt mich hier nicht sitzen, sondern überlegt sich eine geniale Lösung. Ich hatte nicht den geringsten Zweifel, dass wir die Fähre verpassen würden. Ich wusste: Gott fällt da was ein und er wird uns helfen!
Ich denke gern an diese Zeit in Neuseeland zurück und bin froh über dieses und andere Erlebnisse mit Gott, die mir zeigen, wie genial und groß er ist. Merksatz für mich und euch: Ein Gebet, das ich in tiefem Glauben spreche, hat Power. Ich wünsche uns mehr solcher Erlebnisse.

Ich klapp jetzt den Laptop zu und fahre mit dem Gesundheitsschlaf fort. Auf bald.