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13. September 2018

#1
Leinen los

von Maximilian Stopp

13. September 2018
Lesedauer: 4 Minuten
Von Maximilian Stopp


Leinen los

Passend zum Titel meiner Kolumne "Ebbe und Flut" begrüße ich dich mit einem herzlichen "Moin". Ich hoffe das geht in Ordnung, denn von meiner Heimat bis hoch an die See sind es einige Meter. Bevor es richtig los geht, noch ein paar knackige Infos zu mir, damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt.

Ich heiße Maximilian und bin frische 29 Jahre alt. Im wunderschönen Dresden habe ich Wirtschaftsingenieurwesen studiert und nach meinem Master in Stuttgart etwas Luft als Unternehmensberater geschnuppert, die mir allerdings so gar nicht geschmeckt hat. Also habe ich meine Koffer gepackt und dann ging es ab nach Halle/Saale und zurück an die Uni. Gerade studiere ich Kunstgeschichte. Ich fühle mich hier sehr wohl und auch irgendwie "zuhause". So das war es für's erste zu meiner Person. Nun mal Butter bei die Fische. Ich hab richtig Bock. Also.. los!

Am Wochenende war ich bei einem Traugottesdienst. Eine kleine Kirche, ein vor Glück zu Tränen gerührter Bräutigam, eine wunderschöne Braut und ein Gottesdienst voller Freude und Liebe. Die Sonne schien mir ins Gesicht, als ich im Gewimmel der Gäste nach draußen gedrängt wurde und die letzten Seifenblasen in der warmen Herbstluft zerplatzten. Rund um die Kirche ist ein kleiner Friedhof angelegt und es kam mir in diesem Augenblick grotesk vor. In dem einen Moment feierten wir die Liebe und in dem anderen Augenblick stellte ich mir die Tränen und das Leid vor, das die Angehörigen bei der Beerdigung empfunden haben. Ein krasser Gegensatz. Pure Freude und die Erinnerung an Tod und Vergänglichkeit nur ein paar Meter voneinander entfernt.

In meiner Kolumne soll es genau darum gehen. Um Freude und Leid, um das Auf und Ab im Leben – vor allem auch im Glauben. Vom Aufstehen und wieder Hinfallen. Von bitteren Tränen, tiefen Zweifeln und Gedanken von "Gott kann mich mal" bis hin zu tiefer Dankbarkeit und großer Freude.
Mein Leben mit Gott kann man als spannend beschreiben. Es gibt Zeiten der geistlichen Ebbe und zum Glück auch Zeiten, wo seine Liebe und Gnade mein Herz regelrecht überfluten. Ich möchte euch hineinnehmen in mein Leben und dabei ehrlich sein. Jeder von euch hat besseres zu tun als sich fromme Floskeln durchzulesen. Wenn es dir scheiße geht, brauchst du keine leeren Phrasen.

Die Vergänglichkeit lässt uns die Kostbarkeit des Lebens neu bewusst werden. In Psalm 90 lesen wir davon, dass uns die Erkenntnis darüber, dass wir sterben müssen, klug machen wird. Weiterhin lesen wir, dass das Leben circa 70 Jahre Zeit bietet. Nicht sonderlich lang. Bei diesen Worten denke ich sofort an einen meiner liebsten Bibelverse: Galater 5,1

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! [..] – Galater 5, 1 (Lutherbibel 2017)

Ich möchte die 70 Jahre intensiv leben. Damit meine ich nicht Selbstverwirklichung, sondern sich selbst "verleugnen" und "sterben". Ein Leben in "echter Freiheit". Ein Leben nicht nur mit, sondern für Christus.

Leute, die mich kennen werden sagen: Max – ganz ehrlich: da hast du noch viel Weg vor dir. Sie haben recht. Aber ich bin gestartet und ich habe gute Wegbegleiter.
Ich möchte dich auch als Wegbegleiter. Komm an Bord.. ich glaube die Flut kommt.

Ahoi.