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06. Februar 2020

#28
Autobahnen, Abzweigungen und Wir

von Raphael & Ramona Bellmann

06. Februar 2020
Lesedauer: 4 Minuten
Von Raphael & Ramona Bellmann


Autobahnen, Abzweigungen und Wir

Vor Kurzem bin ich wieder eine längere Strecke mit dem Auto gefahren. Ich habe ein Ziel eingegeben und bin losgefahren. Dabei musste ich öfter mal die Autobahn wechseln oder auf eine Bundesstraße fahren. Wie praktisch wäre es, wenn es einfach eine Strecke geben würde, die mich durchgängig und ohne Abzweigungen ans Ziel bringt. So ein Straßenweg quer durch Deutschland hat mich an Lebenswege erinnert.

Wie oft wünsche ich mir, dass das Leben einfach geradlinig verläuft. Ein klares Ziel, ein klarer Weg und keine Störungen oder Wegwechsel zwischendurch. Ein Weg, auf dem man nichts falsch machen kann. Aber so ist das Leben nicht. Das Leben ist voll von verschiedenen Wegen, Abzweigungen und vielleicht auch mal einem Stau zwischendurch.

Ich weiß nicht, wie du dir dein Leben vorstellst. Vielleicht glaubst du ja, dass Gott einen Plan für dein Leben hat. Vermutlich schleichen sich ab und zu Ängste ein, den Plan nicht zu erfüllen, einen falschen Weg zu gehen, oder einfach die Angst Fehler zu machen und dadurch Gottes Plan zu ruinieren.
Ich kenne jedenfalls solche Gedanken. Fehler macht man automatisch. Auch ich habe Fehler gemacht, habe vielleicht mal einen Umweg gemacht, bin in einen Stau geraten oder habe eine falsche Abbiegung genommen. Und dennoch oder gerade deshalb bin ich an dem Punkt in meinem Leben, an dem ich jetzt bin und bin der, der ich bin. Und ich bin Gott sehr dankbar. Ab und zu kommt mal die Angst hoch, dass ich zukünftig Wege gehe oder Entscheidungen treffe, die einen Umweg zur Folge haben könnten oder nicht auf das scheinbar unbekannte 'Ziel' hingerichtet sind. Aber damit spreche ich mir eine Macht zu, die ich nicht habe. Natürlich muss ich verantwortungsbewusst entscheiden und handeln und ich möchte alles zur Ehre Gottes machen. Ich brauche keine Angst zu haben, dass ich Gottes Plan, oder Gottes Gedanken für mein Leben kaputt mache.

Ich habe schon einige Scherben in meinem Leben verursacht, aber Gott hat ein wunderschönes Mosaik daraus gemacht. Gott ist nicht so starr und beschränkt, dass ein kleiner Umweg oder Fehler alles kaputt machen kann. Das Leben mit Gott ist ein dynamischer Prozess. Es ist ein Weg, der gemeinsam gegangen wird. Und ab und zu muss auch mal eine Ausfahrt genommen werden, um auf eine andere Straße zu gelangen.

Ich möchte dich dazu ermutigen, keine Angst vor deinem Lebensweg zu haben. Sei gespannt darauf, auf was für Wegen Gott sich verherrlichen wird und du Gott verherrlichen kannst.
Oftmals suchen oder warten wir auf den perfekten Weg, auf die perfekte geradlinige Lebensstraße, die unserer Meinung nach Gottes Plan für uns ist. Nur leider vergessen wir dabei manchmal den Weg, den wir gerade gehen, als sinnvollen Teil unseres Weges mit Gott wahrzunehmen und zu leben. Und genau das muss ich mir immer wieder sagen: Mein Weg mit Gott ist aus meiner Perspektive keine geradlinige Straße, die beständig dem sichtbaren Ziel entgegen führt. Sondern dieser Weg ist ein spannender Weg, den ich mit Gott zusammen gehe, auf dem er mich formt und auf dem ich Gott die Ehre geben möchte. Ich bin gespannt, was für Wege ich noch mit Gott entdecken darf.