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14. Februar 2019

#8
Wachstum im
Avocadostyle

von Raphael & Ramona Bellmann

14. Februar 2019
Lesedauer: 4 Minuten
Von Raphael & Ramona Bellmann


Wachstum im Avocadostyle

Hallöchen, da sind wir wieder. Wir möchten einen Gedanken mit euch teilen, der aufkam, als wir auf einen Durchbruch bei Avocadokernen gewartet haben.
Hast du auch schonmal versucht, aus einem Avocadokern ein Pflänzchen wachsen zu lassen? Wir haben uns auf das Abenteuer eingelassen. Und jetzt, nach scheinbar endlosen Wochen, fangen die Kerne an, langsam aufzubrechen. Nach beständigem Nachfüllen von Wasser, etlichen Malen des Nachschauens, ob sich schon etwas verändert hat und dem Zweifel, ob das überhaupt klappen kann.

Uns ist in dem Zusammenhang aufgefallen, dass so ein Avocadokern einiges mit uns gemeinsam hat. Wenn wir unser Leben betrachten, dann fällt uns auf, wie Gott uns bis jetzt schon in unserer Persönlichkeit, unserem Charakter verändert hat und was für krasse Sachen er einfach mit uns und in uns getan hat. Aber das kann man meistens erst im Nachhinein feststellen.
Wenn man in einem Prozess drinsteckt (wir sind ja ein Leben lang in einem Prozess), dann fühlt es sich meistens so an, als ob nichts passiert und sich nichts verändert. Da hat man sich vorgenommen, diese und jene Gewohnheiten abzulegen, mehr Bibel zu lesen und zu beten, früher aufzustehen, disziplinierter zu sein, und und und.. Und dann scheint es, als ob nichts passiert. Man ist immer noch so wie immer. Doch wie gesagt, befinden wir uns in einem lebenslangen Prozess, der in unterschiedlich großen oder kleinen Etappen vorangeht.

In einem Avocadokern muss ja auch erst im Inneren etwas passieren, dass es irgendwann nach außen bricht. Genauso fängt unsere Veränderung auch im Inneren an. Wir tun in der Regel erst dann etwas, wenn wir wirklich davon überzeugt sind, oder den Sinn hinter einer Sache verstanden haben. Oftmals geben uns ein gutes Buch, Predigten oder Gespräche mit Freunden einen hilfreichen Gedankenanstoß, durch den es bei uns dann Klick macht und wir wirklich anfangen, etwas an unseren Gewohnheiten zu verändern. Aber zuerst geschieht das innen.
Gott benutzt alle möglichen Sachen, um uns auf Dinge aufmerksam zu machen, vor allem aber die Bibel und die Gemeinschaft mit ihm im Gebet. Wenn wir immer wieder Gemeinschaft mit Gott haben, indem wir Bibel lesen, beten, ihn lobpreisen, dann ist es, als ob das Wasser immer neu aufgefüllt wird.

Doch kennst du das, dass es manchmal scheint es, als ob das alles nichts bringt? Man macht zwar all diese Dinge, aber es verändert sich einfach nichts. Und da können wir darauf vertrauen, dass Gott in uns und damit auch an uns arbeitet.
Die wahre Veränderung bewirkt Gott in uns. Und das unser Leben lang. Wir können zwar an der Veränderung teilhaben, indem wir z.B. die eben genannten Dinge tun und Gott den Raum zum Wirken geben, und selbst auch Disziplin zu üben. Doch das alles würde uns nicht verändern, wenn Gott uns nicht verändert.

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Wir sind nur einen Klick von der nächsten Information und nur eine Straße von der nächsten Einkaufsmöglichkeit entfernt. Wenn wir eine Veränderung wollen, haben wir unzählige Möglichkeiten, schnellstmöglich zum Ziel zu kommen. Doch unser Charakter verändert sich nicht auf Knopfdruck. Natürlich verändert sich manches schneller und manches langsamer. Aber Charakterformung ist ein beständiger Prozess. Gott bewirkt in uns Veränderung, er formt unseren Charakter, wenn wir das wollen und auch zulassen. Und das braucht Zeit und Geduld.
Wir sind also in dieser Hinsicht wie ein Avocadokern. Wir gießen und gießen, beobachten, warten, gießen weiter in der fast verzweifelten Hoffnung, dass sich doch noch etwas tut. Und irgendwann ist der Tag, an dem die Veränderung sichtbar wird, die bis jetzt im Verborgenen stattfand, wie ein Keimling, der aus dem Kern hervorsprießt. Da reagieren wir vielleicht auf einmal anders, als wir es sonst immer getan haben. Da sind wir geduldiger, liebevoller oder vielleicht ausgeglichener als sonst. In diesem Moment erkennen wir, dass sich ja doch etwas verändert hat, was jetzt auf einmal sichtbar wurde. Das Warten und geduldige, beständige Gießen hat also doch Veränderung und Wachstum gebracht. Und dann geht es immer so weiter, denn das Wachstum hat kein Ende.
Was hat Gott in deinem Charakter schon verändert? Wo kannst du bereits Veränderung sehen, oder wo sehen andere schon eine Veränderung an dir, die du noch nicht bemerkt hast? Wo hast du das Gefühl, dass Gott etwas in dir verändern und mit dir zusammen an etwas arbeiten möchte?

Es ist interessant, wenn man Menschen, die einen schon länger kennen, mal fragt, wo sie Veränderungen und Wachstum in bestimmten Bereichen gemerkt haben. Oftmals sehen die Menschen um uns herum aus der objektiven Sicht schneller eine Veränderung.
Wir wollen dich auf jeden Fall ermutigen, die Hoffnung auf Veränderung und Wachstum nicht aufzugeben. Gott ist am Werk und er will mit dir zusammen beständig an dir arbeiten. Auch wenn es manchmal scheint, als wenn sich nichts verändern würde und man auf der Stelle bleibt, oder gefühlt sogar Schritte zurück macht, bleib dran. Und falls du eine Avocado siehst, kannst du dich ja mal besinnen und beobachten, wo Gott schon Wachstum und Veränderung bewirkt hat, selbst im kleinsten nichtsichtbaren Bereich. Dann kannst du dich daran erinnern, dass du mit Gott auf einem lebenslangen Weg der Veränderung und des Wachstums bist und ihm dafür danken, was er schon alles in deinem Leben getan hat.

Wir wünschen dir Gottes Segen, bis zum nächsten Mal.