Gott als Sicherungsseil

Letztens war ich mit ein paar Kindern und Teens aus der Gemeinde in einem Kletterwald. Es hat allen wirklich viel Spaß gemacht und aus manch anfänglicher Angst wurde Stolz über das Geschaffte. Von einigen Erwachsenen konnte man hören, dass das Klettern im Kletterwald eine geistliche Erfahrung ist. Und ich denke, da haben sie aus Erfahrung gesprochen.

Vertrauen auf Sicherung

Im Kletterwald ist es so, dass es verschiedene Pfade durch den Wald gibt, einige bis in die Baumwipfel hinauf. Die Pfade sind unterschiedlich schwierig und wackelig. Es gibt natürlich überall etwas zum Festhalten. Und außerdem ist man durch ein Seil gesichert, sodass man nicht fallen kann. Aber dessen muss man sich immer wieder bewusstwerden: ich bin gesichert, ich kann nicht fallen. Man muss allerdings dem Seil vertrauen, um die Angst vor dem Abgrund zu überwinden. Auf einem Pfad, an dem man sich kaum festhalten konnte und dessen „Weg“ aus wackeligen Platten in 10m Höhe bestand, wollte ich es mal ausprobieren – ganz ohne Festhalten an meinem Sicherungsseil (was natürlich trotzdem gesichert war). Und zack – ich zappelte in der Waagerechten und versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, damit ich weiterkomme. Diesen Versuch konnte ich nur machen, weil ich darauf vertraut habe, dass mich das Sicherungsseil halten wird.

Du bist nicht allein-Gott ist da

Jeder von uns steht in seinem Leben anderen Herausforderungen gegenüber und durchlebt verschiedene schmerzhafte Erfahrungen. Und vielleicht fühlt sich dein Weg gerade eher an wie so eine wackelige Hängebrücke. Oder du kennst jemanden, der gerade verzweifelt auf solch einer Lebenshängebrücke steht. Doch wie Mut machend ist es, dass man nicht allein über diesen wackeligen Lebenspfad muss. Gott ist da. Er ist wie ein Sicherungsseil. Damals, als Josua vor der gewaltigen Herausforderung stand, das Volk Israel ins verheißene Land zu führen, weil letztendlich alles anders lief als geplant und Mose gestorben war, sagte Gott ihm folgendes:

“Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“
-Josua 1,5; Einheitsübersetzung

Und diesen Zuspruch gibt er auch dir in deinem Leben. Den gibt er dir, während du vor deinen Herausforderungen stehst. Inmitten deiner schmerzhaften Erfahrungen.

Gott hält dich

Hätte ich nicht gewusst, dass ich durch ein Sicherungsseil abgesichert bin, hätte ich mich nicht getraut, diesen Weg im Kletterwald zwischen den Baumkronen entlangzugehen. Und wüsste ich nicht, dass Gott mich in seiner Liebe sicher trägt und nicht fallen lässt, hätte ich ziemlich Angst vor dem Leben. Angst vor Situationen, die mir den Boden unter den Füßen wegreißen. Ja, es kann leider passieren, dass man wirklich schlimme Sachen erlebt. Es kann passieren, dass geliebte Menschen sterben. Dass man von Freunden verlassen und enttäuscht wird. Dass man seinen Job verliert. Das heißt aber nicht, dass Gott einen fallen gelassen hat. Man hängt zwar bildlich gesprochen echt in der Waagerechten in den Seilen, aber man hat diese Sicherung, an der man sich wieder hochziehen kann. Das ist nicht immer einfach. Es erfordert Kraft. Aber beim Wieder-auf-die-Beine-kommen wirst du sicher gehalten. So wie vom Sicherungsseil beim Klettern, wirst du von Gott gehalten. Und das muss man sich oftmals immer und immer wieder vor Augen führen. Wie oft sieht man nur den Abgrund unter den Füßen und vergisst das Seil, das einen sicher hält. Doch es ist da – Gott ist da. Du wirst gehalten. Gott lässt dich nicht fallen und er verlässt dich nicht.