An der Hand des Vaters

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie gewaltig manche Eindrücke als Kind waren. Menschenmassen, die man einfach nicht überschauen konnte, Situationen, in denen alles etwas schneller ging und man nicht wusste, wohin man eigentlich laufen soll. Wie gut war es da, einfach an die Hand genommen zu werden oder nach der Hand der Eltern zu greifen. Allein das Wissen, dass man an der Hand gehalten wird, hat die Situation nicht mehr so bedrohlich gemacht.

Gewaltige Eindrücke, unüberschaubare Situationen und Begebenheiten, die bedrohlich scheinen, kennt man nicht nur als Kind. Auch als erwachsener Mensch, vielleicht sogar vor allem als Erwachsener und junger Erwachsener, kommt man in Situationen, die genau das sind: bedrohlich, überfordernd, unüberschaubar. Plötzlich steht man alleine da oder man meint, man müsse es alleine schaffen. Schließlich will man nicht als schwach gelten. Aber ganz ehrlich, warum tun wir uns das an? Normalerweise wählt man die Option, die besser klappt oder bei es einem besser geht. Warum tun wir uns oft so schwer damit, wenn es um Gott geht? Wir sind doch immer noch Kinder. Kinder Gottes. Ich bin ein Kind Gottes und werde es immer bleiben. Und ich darf einfach seine Hand nehmen. Er streckt sie mir schließlich hin. Ich habe in jedem Moment meines Lebens die Entscheidung, ob ich den Weg allein gehen will, voller Angst und Überforderung, oder ob ich die Hand meines himmlischen Vaters nehme. Er weiß, wo es lang geht. Er hat den Überblick. Die Situation verändert sich vielleicht nicht. Aber die Wahrnehmung wird sich ändern.

Vielleicht befindest du dich gerade in einer Situation, die unüberschaubar und bedrohlich auf dich wirkt. Dann möchte ich dich ermutigen, die Hand des himmlischen Vaters zu nehmen. Du musst nicht allein durchs Leben gehen. Du musst keinem etwas beweisen. Du darfst Kind sein.

Ich habe schon so oft erlebt, wie sich die Wahrnehmung einer Situation einfach geändert hat, nachdem ich Gott darum gebeten habe, mich an die Hand zu nehmen. Dann war dort plötzlicher Friede in Momenten, in denen ich eigentlich lieber weinend zusammengebrochen wäre. Ein Gefühl der Sicherheit, obwohl eigentlich alles dagegen spricht. Da kann ich nur eins sagen: an der Hand des Vaters läuft es sich eben einfach besser.