09. November 2018: Es wird Zeit, dass ich hier endlich etwas realisiere, was ich schon sehr lange auf dem Herzen habe. Eine Kolumne speziell über Themen rund ums Muttersein.
Ich werde an jedem zweiten Freitag des Monats aus meinen eigenen Erfahrungen und Gedanken in gewohnter Echtheit und Ehrlichkeit schreiben, sowie hin und wieder wundervolle Gast-Schreiberinnen einladen, die das selbe zu tun werden.

Denn Muttersein ist so vielfältig, wie die Zahl der Mütter auf der Erde.
Wie wir es empfinden, was unsere größten Freuden und Herausforderungen sind, unsere Hoffnungen, Ängste, Herzenswünsche.. all das soll hier Platz finden, weil eine Frau, die Mutter wird, oft hinter dieser 'Rolle der Mutter' verschwindet und nicht wenige geben sich komplett hin für ihre Kinder.

Das hat etwas Wunderschönes, aber auch etwas Gefährliches. Denn wenn man sein eigenes Herz dabei vernachlässigt, ist das für die ganze Familie ein Problem. Aufzutanken, Zeit für sich, dem Partner und vor allem Zeit mit Gott einzuräumen ist quasi überlebenswichtig – gerade in der Kleinkind-Zeit und auch mit mehreren Kindern.

Ich habe tatsächlich schon Mütter gehört, die sagen, man hat spätestens mit dem zweiten Kind keine Zeit mehr für solche Dinge und ich bin damals mit meiner frisch geschlüpften Tochter im Arm fast aus allen Wolken gefallen. Es hat mich im Nachhinein sehr lange beschäftigt und traurig gemacht, ja regelrecht Angst gemacht. Was hatte ich zu erwarten? Kann das wirklich sein? Kann ich dieser Rolle als Mutter überhaupt gerecht werden, ohne zur bloßen Hülle zu werden, die fleißig ihre Aufgaben erledigt?
Nein, tatsächlich musste ich meinen ganz eigenen Weg ins Muttersein finden und meine Kraftquellen entdecken, die einfache Freude in den täglichen Aufgaben und die kleinen zauberhaften Momente zwischendrin. Dieses Lächeln am Morgen, das "Mama" wenn etwas Spannendes entdeckt wurde, die gemeinsamen Mahlzeiten, die Ausflüge und das Kuscheln am Abend.. ich könnte endlos weiterschreiben, was mir alles Freunde bereitet am Mamasein. Es ist für mich mehr als eine Aufgabe. Es ist ein Abenteuer und jeder Tag ist eine eigene, kleine Geschichte. Ihr gesamtes Leben wird gerade auf diesen Momenten als Fundament aufgebaut. Es ist so viel mehr als bloßer Alltag.

Ich habe mich viel mit wilden, kreativen, mutigen Frauen in meinem Freundeskreis unterhalten, (ein paar werden hier auch demnächst ihre Gedanken teilen) die ein oder mehrere Kinder haben und herausgefunden, dass es normal ist, machmal mit dem Muttersein zu kämpfen. Dass es wichtig ist, sich das auch einzugestehen und sich dann wieder bewusst zu machen, was für ein Geschenk es ist – ja – was für ein Privileg eigene Kinder ins Leben zu begleiten, sie zu leiben, zu lehren, zu ermahnen, zu ermutigen, mit ihnen zu lachen, zu tanzen, zu weinen, zu reisen, zu lesen, zu singen, zu lernen.. mit ihnen zu leben. Wirklich zu leben.


Ein Beitrag von Claire Gonzales.
Claire ist Co-Gründerin von keineinsamerbaum.org. Ihre liebende und gebende Art zeigt sich nicht nur im wahren Leben, sondern auch hier in ihren Artikeln und Kolumnen. Ihr Augenmerk liegt immer darauf dem Herzen ihres Gegenübers in der Tiefe zu begegnen und seine wahre Identität durch Gottes Liebe freizusetzen.

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