Staffel 3 - Sammlung: Ein neues Jahr – immer noch ein lebendiger, liebender und spannender Gott. Er will uns nah sein, er will uns bewegen. Das sehe ich, das erlebe ich.
Ich möchte euch heute, und in den kommenden Wochen, mit auf eine Reise nehmen. Eine Reise, auf der wir verschiendenen Menschen begegnen werden. Menschen in den unterschiedlichsten Lebens- und Glaubensphasen. Manche kämpfen gerade, manche suchen, manche genießen ihre Zeit des Friedens. Doch so unterschiedlich ihre Geschichten und Zeugnisse sein mögen, sie verbindet ein gemeinsames Fundament: Jesus.
Anfang letzten Jahres hatte ich den Eindruck, dass ich sammeln soll, was Gott auf dieser Erde für seine Kinder tut. Wie er sie berührt, wie er sie bewegt - wie er an ihnen dran bleibt. Ich hatte den Eindruck, ich solle euch dort draußen die Chance geben, zu sehen, wie lebendig und schön Gottes Werke sind. Wie Er an seinem Reich baut und uns dafür gebrauchen möchte. Wie er treu und beständig an unserer Seite ist. Und genau diese Vielfalt von Gottes Wirken möchten euch die Menschen im Folgenden ans Herz legen:

Ausgabe 11/15 Caroline Sophie - 09. März 2018.

Gar nicht so inspirierend, oder?

Eigentlich fällt es mir ja nicht so unglaublich schwer, zu schreiben.
Aber sobald es persönlich wird, scheint es doch plötzlich nicht mehr machbar.
Vor allem, weil ich mich vielleicht überhaupt nicht als inspirierend wahrgenommen habe in den letzten Monaten. Weil ich so vieles hinterfragt habe. Weil es mir manchmal einfacher erschien, alles, was ich bisher geglaubt und gehofft (und sogar erlebt) hatte, aufzugeben. Weil ich mich zeitweise lieber in meinem Selbstmitleid gebadet hab, als den Menschen, die mir am meisten bedeuten, zu erzählen, dass ich mich scheinbar vergeblich abmühe, Sinn in so Vielem zu finden.
Ohne es zu merken, hab ich mich mitten in Prozessen wiedergefunden, die ich wahrscheinlich auch noch immer nicht in ihrer Fülle ergreifen kann. Prozesse, die schmerzen. Die erfordern, dass ich mich auch mit meinen Ängsten und Zweifeln, mit meinen Herausforderungen und Versagen, mit meiner eigenen Geschichte auseinander setze. Die Dinge ans Licht bringen, von denen ich dachte, ich hätte sie schon seit Jahren hinter mir gelassen.
Und obwohl ich mir dessen bewusst bin, dass da gerade mehrere Prozesse in mir ineinander rempeln und sich gegenseitig anstoßen, versuche ich mich vor ihnen zu verkriechen. Mir einzureden, dass schon alles gut wird. Mich abzulenken.
Kennt ihr dieses "Internet"?
Versuche einfach nach vorn zu blicken und alles Gewesene in gut verschlossenen Kisten verstauben zu lassen. Aber in Kisten wächst nicht gut Gras darüber. Und selbst wenn – nicht mal Asphalt kann Pflanzen aufhalten – hat Löwenzahn mir beigebracht. Die Frage ist also nicht, ob ich mir zugestehen werde, dass ich mich in Prozessen befinde, die so viel Neues anstoßen, in dem sie mich Vergangenes neu durchleben lassen, sondern wie ich damit umgehe. Ob ich bereit bin, daraus und darin zu lernen. Gott an mir arbeiten zu lassen. Mich anderen anzuvertrauen, um gemeinsam Schritte zu gehen. Verbindlich zu bleiben, gerade auch in meinen Schwächen – um daran zu wachsen.
Was in allem diesem Prozesserleben auch noch passiert und vielleicht auch ganz schön essentiell dafür ist: mein Gottesbild wird da gerade ganz schön erschüttert, durchgeschüttelt und aufgerüttelt. Neu gemacht, durcheinandergeworfen und hinterfragt. Wer ist der, von dem ich dachte, dass ich ihn doch schon mein Leben lang kenne? Wer ist dieser Jesus? Und welche Bedeutung hat Er für mich? Dreht es sich überhaupt noch um mich oder darf ich nicht endlich wirklich beginnen, mich um Ihn zu drehen? Sind meine Fragen relevant? Darf ich soweit hinterfragen, dass ich schon an Grundsätzlichem zu zweifeln beginne? Bringt mich das letztendlich nicht vielleicht sogar dem näher, den ich hinterfrage?

Ich weiß noch nicht, wo ich rauskommen werde oder wie, was noch passieren wird, welche Antworten ich finden werde und welche neuen Fragen sich auftun, aber eins hoffe ich, wünsche ich mir so sehnlich: dass ich am Ende wie Hiob sagen kann "Ich kannte dich vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen."
Denn so sehr ich zwischenzeitlich auch versucht haben mag, das Glauben sein zu lassen, so erleichterter bin ich doch, dass das nicht funktioniert hat. Dass meine Fragen und mein Hinterfragen Gott nicht zum Verzweifeln mit mir bringen.
Und vor allem, dass ich mich trotz allem wieder neu dafür entscheiden kann, zu glauben, dass Gott gut ist. Und dass ich diese Entscheidung über jede andere setzen möchte, die ich treffe. Denn was gibt es Krasseres als sich von Gott geliebt zu wissen? Was könnte mir mehr Sicherheit in allen schwankenden Prozessen geben als zu wissen, dass Gott gut ist und es gut mit mir meint?
Ich glaube, es wird nicht einfach, Ihm zu vertrauen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es das Beste ist, was ich tun kann. Weil Er es wert ist.

Caroline Sophie

Ausgabe 12/15 Annabell - 16. März 2018.

Vor ziemlich genau einem Jahr (in der Bibelschule auf Zypern) kam eine fremde, deutsche Frau auf mich zu. Sie erklärte mir, dass sie den Eindruck hatte, mich zu umarmen. Nachdem sie das liebevoll gemacht hat, sagte sie noch, dass Gott mich und auch meine Familie umarmt. Das war ganz neu für mich und sehr erstaunlich.
Nach Zypern bin ich mit dem Ziel heimgegangen, meine Beziehung zu Gott zu vertiefen, um Ihn so richtig zu spüren und zu erleben. Dank dieser Frau und manchen anderen Leuten dort, habe ich gelernt wie Gott mich wirklich berührt: Durch die Zuwendung und Liebe anderer Menschen. Meine Erwartung nach außergewöhnlichen, himmlischen Erlebnissen wurde nicht erfüllt, aber dafür bekam ich den Blick für Sein Wirken in meinem Umfeld. Das gefällt mir ziemlich gut, weil ich seit dem, Gottes Liebe für mich in Interaktionen mit Menschen wiedererkennen kann. In dieser Woche in der Bibelschule hat Er mich so vielfältig geliebt und aufgebaut. Und auch in Halle habe ich schon Seine Übermittler getroffen.
Eine andere Situation fand ich auch sehr bezeichnend: Meine fünfjährige Schwester kam im Gottesdienst einfach zu mir und hat mir einen Kuss gegeben. Das war spontan, umwerfend, voller Liebe und eindeutig von Gott geschenkt. Mir wurde nochmal deutlich wie sehr ich geliebt bin und auch jeder einzelne andere Mensch. Wenn wir unter uns schon so starke Gefühle haben können, wird mir bewusst, dass ich das komplette Ausmaß Seiner bedingungslosen Liebe gar nicht begreifen kann...

Annabell

Ausgabe 13/15 Anna Katharina - 23. März 2018.

Er ist die Liebe. Er ist das Leben. Er ist die Freiheit.
In meinem Herzen gibt es eine Sehnsucht. Tief verborgen in mir schwebt ein Traum. Fliegen. Frei sein. Wie ein Schmetterling die Flügel ausbreiten und sich in die Luft erheben. Schwerelos den Sonnenstrahlen entgegen. Erfüllt mit Lebendigkeit und Freude. Frei von allen Fesseln und Ängsten.

Für viele Jahre hatte ich das Gefühl, dass andere mich anders sahen. Für sie war da kein Schmetterling. Sondern eher eine stille Schnecke. Und ich platze innerlich fast. Als Schmetterling eingequetscht in einem Schneckenhaus.

Sehnsüchte – wozu sind sie da, wenn die Realität etwas anderes erzählt? Wenn es nicht möglich scheint?

Und eine tiefe Sehnsucht zog mich immer weiter vorwärts. Es musste doch etwas geben, das mich ausfüllte, das mir Leben gab. Echtes Leben. Seit ich denken kann kenne ich die Antwort, die meiner Seele ein Ziel gibt. Ein Ziel, dass meiner Sehnsucht Richtung gibt. Doch eine Antwort kennen und eine Antwort verstehen, begreifen, erkennen, erleben, leben sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Meine Sehnsucht und meine Suche wurden gezogen. Mal stärker und mal schwächer. Spürbar oder kaum wahrnehmbar. Ich suchte, wie alle Menschen suchen. Fragte nach Liebe und Annahme. Liebe, um die Arme auszubreiten und mich fallen zu lassen. Und Annahme, um stehen zu können und zu wissen, wer ich bin.

"Zu dir hast du uns geschaffen. Und unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir, o Gott." (Augustinus, Conf. 1,1)

Seit ich denken kann kenne ich Jesus. In meinen Eltern begegnete er mir. Sie lebten mir eine Nachfolge aus Liebe vor. In ihnen sah ich Lebendigkeit und Gottes Geist.

In meinen Teenagerjahren wurde mein Herz von seiner Liebe angesteckt. Andere Menschen fachten die Sehnsucht in mir, ihn zu kennen, immer wieder an und das Feuer in mir griff um sich.

Regenzeiten ließen das Feuer weniger werden. Wind verstreute die Glut. Mein Herz suchte die Liebe und Anerkennung bei Männern. Ich lief der Liebe, wie sie die Welt kennt, nach. Dabei verlor ich meine Freiheit. Irgendwer legte mir Fesseln an und ich suchte doch nur die Liebe. Das Leben. Die Freiheit.

Jesus spricht: "Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern" (Die Bibel in Lukas 15, 4-5)

Und Jesus hat mich gesucht. Er hat mich herausgeführt. Ganz konkret hat er mich aus meinem Umfeld in Deutschland nach Kapstadt geholt. Er zeigte mir seine Liebe und Fürsorge durch eine dortige Gemeinde. Er ließ Feuer vom Himmel in meine durstige Seele fallen. In meine schwierigen Situationen, meine Herausforderungen, meine Gleichgültigkeit und meine Kälte.
Jesus hat mich herausgerufen. Er hat die Ewigkeit in mein Herz gelegt. Mein alter Lebenskurs wurde korrigiert. Ich wusste wohin es geht. Wusste, auf wen ich zusteuere.
Meine Liebe ist in ihm. Mein Leben ist in ihm.

Meine Freiheit ist in ihm. Und heute, fast 8 Jahre später, traue ich mich immer noch, meine Flügel mehr und mehr zu entfalten, mich im Vertrauen fallen zu lassen und loszufliegen. Ich werde immer freier von den Fesseln der Welt, den Ängsten, was andere über mich urteilen und immer tiefer geheilt von Wunden und Verletzungen. Meine Seele darf heil werden.
Der Regen kommt immer wieder. Rückzüge ins Schneckenhaus auch. Sturm, Zweifel, Selbstanklage, Liebessehnsucht ebenfalls.
Doch ich weiß wo meine Heimat ist und wo ich geborgen bin: Allein in Christus.

Anna Katharina

Ausgabe 14/15 Anna-Maria - 30. März 2018.

Hey, ich bin Anna-Maria und würde euch gern an einer sehr genialen Erfahrung teilhaben lassen! Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, der Glaube an Gott gehört für mich mein Leben lang schon zu mir, wie die Luft zum Atmen.
Trotzdem hab ich in den letzten Monaten eine Unruhe und Unzufriedenheit gespürt - etwas fehlte. Eine lebendige und auf Vertrauen basierte Beziehung zu Gott, wie sich letztlich herausstellte. Eines Abends wollte ich grad den Computer ausmachen, da flatterte auf einmal eine Mail in mein Postfach, welche ich automatisch öffnete. Eine Freundin schrieb über einen Gottesdienst, wo sie sich Gedanken drüber gemacht haben, was im eigenen Leben wieder zum Leben erweckt werden sollte. In mein fast schon komatöses Innenleben geriet auf einmal Bewegung. Es hat mich weinend auf die Knie gebracht und so offen und ehrlich, wie an diesem Abend, hatte ich bis dahin mit Gott selten, eigentlich gar nicht, geredet. Ich merkte, wie diese Beziehung auf einmal zu einer richtigen, echten, lebendigen Beziehung wurde. Ich konnte endlich annehmen, dass Gott zu mir sagt: Ich liebe dich!
Und das war wie ein Befreiungsschlag und seitdem merke ich jeden Tag, wie diese Beziehung enger und tiefer wird. Ich lerne zu vertrauen und seine Liebe und Freundschaft zu genießen, darin zu leben.
Insofern seid ermutigt, Beziehung und Vertrauen zu leben! Es lohnt sich! :)

Anna-Maria

Ausgabe 15/15 Renée - 06. April 2018.

Gott Elohim ist echt. Ich habe Gott öfters erlebt. Nicht regelmäßig und nie in der selben Weise. Jedes Mal tauchte er auf mit einer anderen Facette seines Seins und immer dann, wenn ich mich am verlorensten gefühlt habe.
Gerade dann, wenn ich alles in meiner eigenen Kraft versucht habe und ich müde war vom Strampeln, tauchte er für mich auf. Mir nichts, dir nichts. Fast mit der Frage: Was habe ich verpasst? Er hat die Sache nicht verpasst, aber er scheint den Grund verpasst zu haben, warum ich so dramatisch am Boden rolle. Er hält mir seine Hand hin und sagt "komm". Ich schreie und klage an, warum er nicht da war, als ich ihn gebraucht habe oder warum ich ein leben lebe, das ich nie wollte. Oder warum mein Ehemann das genaue Gegenteil von mir ist. Einfach warum so viele Bitten in der ganzen Welt unerhört sind.
Gott verteidigt sich nicht. Gott umarmt. Er weht nicht mit dem Zauberstab um sich. Er schmunzelt verschmitzt und sagt "ich sehe dich und ich liebe dich. Alles woran ich interessiert bin, ist, ob du glaubst, dass ich dich liebe."
Ich schreie (diesmal etwas ruhiger): Warum zeigst es mir nicht, dass du mich liebst - ich will, dass du.... du ... oh.
Und da ist es. Ein Atem, der umarmt. Eine Kraft, die liebt. Eine Vater-Beziehung, die mich aus all meinen selbst gestrickten Gedichten reißt und mich "gefunden" nennt.
Ich kenne das nicht. Geliebt zu sein, ohne etwas dafür tun zu müssen. Wenn ich mich wieder gefasst habe, unterhalte ich mich mit Gott. Immer darüber, dass er erstmal nicht an all den Bitten interessiert ist, mehr geht es ihm um mein Herz.
Ich wollte schon immer mal nach Afghanistan, Iran oder Saudi Arabien. Die Wüste ruft mich und ich will eintauchen in diese Welt. Aus politischen Gründen konnte ich nicht dorthin und gerade dann, als ich aufgehört hatte zu glauben, dass ich da jemals hin kann, kamen viele minderjährige Flüchtlinge in meiner Stadt and an. Alle brauchten Herberge, Sicherheit und jemanden, der and sie glaubt. Meine soziale Arbeit konnte eingesetzt werden. Gott in seiner genialen Art hat seine eigenen Wege sich auszudrücken und nicht so, wie wir es erwarten. Erst will er unser Herz mit all dem Vertrauen, das darin Platz finden kann. Dann unsere Entscheidung ihn näher kennenzulernen. dann unsere Flexibilität, um das Abenteuer, das er "Leben in Fülle" nennt, zu erfahren. Und ja, er bezaubert mit seiner sanften Stärke.

Renée

Du möchtest auch von deinem Leben mit Gott Zeugnis geben? Von deiner Hingabe für sein Reich oder der Schönheit deiner Bekehrung zu Ihm? Dann schreib uns eine Mail mit deiner Geschichte, mit deinen Erfahrungen und deinen Worten. Trau dich deinen Glauben und Gottes Wirken und Wunder an dir zu zeigen: zeugnis@keineinsamerbaum.org


Ein Beitrag von Sascha Gonzales.
Sascha ist der Gründer von keineinsamerbaum.org. Sein Herzenswunsch ist es den Menschen eine innige und geist-erfüllte Beziehung mit Gott näher zu bringen und das Leben seiner Leser mit Orientierung und Inspiration zu segnen.